Desiderius Erasmus von Rotterdam (vermutlich *28.10.1466 in Rotterdam – †12.7.1536 in Basel)

war ein Vordenker des europäischen Humanismus, Anwalt des freien Wortes, Vorkämpfer der Toleranz und ein Gegner der Dogmatik.

Erasmus schrieb etwa 200 Bücher, die aufgrund des sich immer weiter durchsetzenden Buchdrucks für damalige Verhältnisse große Auflagen erreichten. Er gilt als der erste „Bestseller“-Autor seiner Zeit. Ca. 2.000 Briefe von Erasmus sind heute noch erhalten, die aufgrund seiner feinen Ausdrucksweise großes Ansehen und entsprechende Aufmerksamkeit genossen.

Seinem Andenken und Erbe fühlen wir uns verpflichtet. Deshalb haben wir ihn als Namensgeber für unsere Stiftung gewählt.

 

Aus Stefan Zeig: „Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdamm“, SERUS Verlag, 2016, S. 11:

„… So wie er selbst niemandem seine eigenen Anschauungen aufzwingen wollte, so leistete er entschlossen Widerstand, irgendein religiöses oder politisches Bekenntnis sich aufnötigen zu lassen. Selbständigkeit im Denken war ihm eine Selbstverständlichkeit, und immer sah dieser freie Geist eine Verkümmerung der göttlichen Vielfalt der Welt darin, wenn einer, ob der Kanzel oder dem Katheder, aufstand und von seiner eigenen persönlichen Wahrheit wie von einer Botschaft redete, die Gott ihm und ihm allein ins Ohr gesprochen. Mit aller Kraft seiner funkelten und schlagenden Intelligenz bekämpfte er darum ein Leben lang auf allen Gebieten die rechthaberischen Fanatiker ihres eigenes Wahnes – und nur in ganz seltenen glücklichen Stunden lächelte er über sie. In solch milderen Momenten erschien ihm der engstirnige Fanatismus nur als bedauernswerte Borniertheit des Geistes, als eine der unzähligen Formen der „Stultitia“, deren tausend Abarten und Spielarten er in seinem „Lob der Narrheit“ so ergötzlich klassifizierte und karikierte. …“